Zeolith gibt Aluminium ab und führt zu Nährstoffentzug: Was ist dran an den hartnäckigsten Zeolith-Mythen?

Zeolith WissenZeolith-NewsZeolithZeolith gibt Aluminium ab und führt zu Nährstoffentzug: Was...

Gibt Zeolith Aluminium an den Körper ab und raubt er wichtige Mineralstoffe? Biochemiker und Humanphysiologe Prof. Peter Dartsch erklärt, was die Forschung tatsächlich zeigt

„Zeolith enthält Aluminium – also nehme ich mit Zeolith doch auch Aluminium zu mir“
Und: „Wenn Zeolith Schadstoffe bindet, dann muss er doch genauso Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente binden.“

Das sind die zwei kardinalen Themen, die uns bei ZEOLITH WISSEN immer wieder erreichen.
Und zunächst klingen sie sogar logisch. Schließlich ist das Vulkangestein Klinoptilolith-Zeolith ein Alumosilikat und für seine enorme Adsorptions- und Ionenaustauschfähigkeit bekannt.

Warum sollte also ausgerechnet das Aluminium im Zeolith dort bleiben, wo es ist?
Und woher soll ein Naturmineral „wissen“, was es im Darm binden darf und was nicht?

Die Antworten – nämlich gleich vorab, dass der Zeolith sehr wohl „unterscheidet“ – liegen in den physikalisch-chemischen Eigenschaften des Vulkangesteins, die dementsprechend zwar von Chemikern, Physikern und den vielen Medizinern verstanden werden, von der Allgemeinheit jedoch, pardon, meist nicht. Im Folgenden wollen wir daher, wissenschaftlich fundiert, „Licht ins Dunkel“ bringen.

Zunächst: Zeolith ist kein Schwamm, der wahllos alles aufsaugt, was ihm begegnet. Seine kristalline Struktur, seine Porengrößen, seine elektrische Ladungsverhältnisse und seine unterschiedlichen Affinitäten gegenüber Ionen (das sind elektrisch geladene Atome oder Moleküle) bestimmen, was überhaupt im Magen-Darm-Trakt – dies ist die einzige Wirkstätte des Zeolith – gebunden oder ausgetauscht werden kann.

Darüber haben wir mit einem Wissenschaftler gesprochen, der den Zeolith nicht nur aus der Literatur kennt, sondern verschiedene Zeolithe selbst im Labor untersucht hat: Prof. Dr. rer. nat.  Peter C. Dartsch. Der Biochemiker und Humanphysiologe war langjährig an der Universität Tübingen tätig und habilitierte sich dort für Humanphysiologie. Seit 2002 betreibt er mit «Dartsch Scientific» ein Forschungsinstitut mit Schwerpunkt auf zellbiologischen und damit tierversuchsfreien Testsystemen am bayerischen Ammersee.

Mit Prof. Dartsch’ Arbeit landen wir in einer Welt, in der es eben schnell kompliziert werden kann: Zellkulturen, freie Radikale, neutrophile Granulozyten, Ionenaustausch, oxidativer Stress, chronische Entzündungen, die innere Oberfläche des Zeolith – alles höchst komplexe Materie. Wir machen es deshalb mal andersherum und beginnen mit einer einfachen Frage:

Was macht der Zeolith eigentlich in unserem Körper?

Zeolith greift nicht in den Stoffwechsel ein: Seine Arbeit findet nur dort statt, wo es Zellschichten abdecken kann, bei denen äußere Belastungen auf den Organismus treffen

Die meisten Substanzen, die wir willentlich oder unwillentlich (etwa Schadstoffe wie Schwermetalle, Pestizide und zahlreiche andere Toxine) in unseren Körper aufnehmen, gelangen zunächst einmal über den Magen in den Darm. Nach der Resorption (Aufnahme) gelangen sie ins Blut, werden im Körper verteilt und greifen dort in biochemische Prozesse ein. Letzteres gilt nicht nur für die Stoffe aus unserer Nahrung und den Flüssigkeiten, die wir trinken, dies gilt ebenso auch für Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente – sie alle greifen aktiv in unseren Stoffwechsel ein, und dies mit all den bekannten positiven und negativen Folgen.

Beim Zeolith ist das vollkommen anders. Allein schon deshalb wird das Vulkangestein so häufig missverstanden: Die für medizinische Zwecke genutzte Zeolith-Variante mit dem etwas sperrigen Namen «Klinoptilolith» wirkt aufgrund seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften nach oraler Aufnahme einzig im Magen-Darm-Trakt. Man kann sich seine mikroporöse Kristallstruktur vereinfacht wie ein winziges dreidimensionales Gerüst mit unzähligen Hohlräumen und Kanälen vorstellen. An und in dieser Struktur können bestimmte Stoffe gebunden oder Ionen ausgetauscht werden – und manche eben nicht.

Prof. Dartsch bringt diese Besonderheit im Gespräch mit ZEOLITH WISSEN schlicht auf den Punkt:
Das Interessante und wohl auch Missverständliche am Zeolith ist aus meiner Sicht gerade, dass er im Körper eigentlich gar nichts macht. Er ist da, deckt die innerste Zellschicht des Darmes ab, fängt Schadstoffe weg und wird wieder ausgeschieden. Er muss dafür nicht in irgendeinen Stoffwechselprozess eingreifen und kann den menschlichen Organismus so auch schlicht nicht belasten.“

Diese Aussage ist höchst relevant und erklärt schon vieles. Wie kam Prof. Dartsch zum Zeolith?
„Irgendwann wurden Hersteller auf unsere zellbiologischen Testsysteme aufmerksam und wollten wissen, ob sich bestimmte postulierte Eigenschaften des Zeolith-Minerals im Labor objektiv erfassen lassen. Bevor wir damit begannen, musste auch ich erst einmal tief in die Zeolith-Literatur einsteigen. Was anschließend im Labor geschah, fand ich dann auch selbst äußerst bemerkenswert,“ so Dartsch.

Was passiert mit menschlichen Zellen unter Stress? Prof. Dartsch untersuchte Zeolith in Bezug auf Regeneration, freie Radikale und Entzündungsprozesse

Zellforschung klingt abstrakt. Im Prinzip lässt sich eines ihrer Grundprinzipien jedoch sehr einfach erklären: Wissenschaftler bringen lebende Zellen verschiedenster Art unter exakt definierten Bedingungen in eine bestimmte Situation – beispielsweise unter oxidativen Stress – und beobachten anschließend, was sich durch die Gabe eines Stoffes an und in den Zellen verändert.

Bei seinen Zeolith-Versuchen untersuchte Dartsch auch die Regeneration von Zellen. Dafür wird in einer geschlossenen Zellschicht ein definierter zellfreier Bereich erzeugt. Die umliegenden Zellen beginnen anschließend, in diese Lücke einzuwandern und sie wieder zu schließen. Es ist gewissermaßen die Mini-Version dessen, was wir alle kennen, wenn wir uns in den Finger schneiden: Das Gewebe beginnt dann automatisch, den entstandenen Defekt wieder zu schließen (ganz nebenbei: unser menschlicher Körper verfügt über weit mehr natürliche Regenerations- und Reparaturmechanismen, als den meisten bewusst ist; auch die Medizin beginnt erst heute das Potential der Regenerationsmedizin zu erkennen).

Nach Zugabe des untersuchten Zeoliths beobachtete Dartsch in seinem Zellmodell eine deutlich schnellere Schließung dieses zellfreien Bereichs. Die Verkürzung der Regenerationszeit lag dabei in einer Größenordnung von rund 25 Prozent.

Weiterhin untersuchte Dartsch seine Zeolith-Proben auch in Modellen des oxidativen Stresses und entzündlicher Prozesse – beides körperlich überschießende System-Reaktionen, die körpereigene Zellen, Proteine und sogar die DNA angreifen sowie Gewebe und Organe dauerhaft schädigen können und die mittlerweile als Mitauslöser für zahlreiche chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf, Diabetes, Alzheimer, Depression oder auch Krebs erkannt wurden.

Oxidativen Stress kann man sich vereinfacht wie ein biologisches Unwetter vorstellen: Freie Radikale entstehen zwar auch unter völlig normalen Bedingungen beim Energiestoffwechsel der Zellen in den Mitochondrien und erfüllen – sozusagen bei schönem Wetter – wichtige Aufgaben. Problematisch wird es aber, wenn alles aus dem Gleichgewicht gerät und ein dauerhaftes Unwetter entsteht. Dann produziert der Körper immer mehr reaktive Moleküle als unsere antioxidativen Schutzsysteme abfangen können. In der Folge können Zellmembranen, Proteine und andere Zellbestandteile mehr und mehr geschädigt werden.

Hierzu beobachtete Dartsch etwas sehr Interessantes, was für die Medizin von hohem Interesse ist: In seinen Laboruntersuchungen zeigten sich antioxidative beziehungsweise radikalfangende Effekte der von ihm untersuchten Zeolithe. Wie das? In seinem Entzündungsmodell wurden Zellen dazu angeregt, Sauerstoffradikale zu produzieren. Befand sich Zeolith im Reaktionsgemisch, konnte er einen Teil dieser aggressiven Moleküle abfangen – und zwar dosisabhängig.

Doch bedeutet das, dass Zeolith nach der Einnahme in unseren Körper gelangt und dort auf die Jagd nach freien Radikalen geht? Nein – und genau diese Unterscheidung ist wichtig. Der Zeolith bleibt ja im Magen-Darm-Trakt. Dartschs Zellversuche zeigen zunächst, welche physikalisch-chemischen Effekte möglich sind, wenn Zeolith unmittelbar mit einem biologischen Reaktionssystem in Kontakt kommt.

Im Menschen muss man deshalb den Darm als Wirkungsort betrachten. Bindet Zeolith dort unerwünschte Stoffe und vermindert damit deren Kontakt mit der Darmschleimhaut, kann dies möglicherweise auch Prozesse beeinflussen, die mit oxidativem Stress und Entzündungen zusammenhängen. Der Zeolith muss dafür gar nicht selbst ins Blut gelangen – er kann bereits an der Darmbarriere ansetzen und dann so agieren wie in Dartsch’ Versuchsreihen.

Und dann kommt eine weitere Eigenschaft hinzu, die beim Zeolith seit Langem von besonderem Interesse ist und dieses Prinzip besonders anschaulich macht: die Bindung von Schwermetallen und dem Leichtmetall Aluminium.

Klinoptilolith-Zeolith und die Ausleitung von Metallen: Prof. Dartsch untersuchte im Labor nicht nur die Bindung von Blei

Kultivierte Zellen unter dem Mikroskop: Die Zeolith-Partikel lagern sich oberhalb der Zellen an, ohne von ihnen aufgenommen zu werden, und können dort unerwünschte Moleküle binden.
Kultivierte Zellen unter dem Mikroskop: Die Zeolith-Partikel lagern sich oberhalb der Zellen an, ohne von ihnen aufgenommen zu werden, und können dort unerwünschte Moleküle binden.
© Prof. Peter Dartsch/Dartsch Scientific

Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Arsen, Quecksilber oder Nickel, aber auch das Leichtmetall Aluminium gehören zu den Umweltbelastungen, denen wir uns heute kaum noch vollständig entziehen können. Sie können über Nahrung, Wasser, Luft und andere Quellen aufgenommen werden – und längst erreichen die Folgen menschlicher Emissionen selbst die entlegensten Regionen unseres Planeten.

Wie weitreichend diese Belastungen übrigens inzwischen sind, zeigt eine erst im Juli 2026 veröffentlichte Studie zur Antarktischen Halbinsel. Die Wissenschaftler rekonstruierten anhand von 16 Sedimentkernen den Quecksilberkreislauf der vergangenen rund 200 Jahre. Seit Beginn der Industrialisierung ist die Quecksilber-Akkumulationsrate in den dort untersuchten Meeressedimenten um rund 160 Prozent gestiegen. Hinzu kommt auch das noch: Durch die zunehmende Eisschmelze und Erosion wird auch jenes Quecksilber mobilisiert, das über lange Zeit in der antarktischen Umwelt gespeichert und damit fest gebunden war. Dieser durch die Eisschmelze angetriebene terrestrische Quecksilbereintrag hat seit der Industrialisierung um rund 550 Prozent zugenommen. Die Antarktis wird damit zunehmend selbst zu einer sekundären Quelle für bereits vorhandenes Quecksilber.

Prof. Peter Dartsch wiederum hat sich in seinen Laboruntersuchungen mit einem anderen hochtoxischen Schwermetall beschäftigt: Blei.  „Wir haben Zeolith an wasserlöslichen Bleiverbindungen untersucht„, berichtet Dartsch. „Und da hat sich ganz klar gezeigt: Der Zeolith bindet das Blei. Es verschwindet vollständig aus dem wasserlöslichen Anteil des Reaktionsgemisches und verbleibt im Sediment der unlöslichen Stoffe. Dabei ist das Reaktionsgemisch mit den Verdauungssäften gleichzusetzen.“

Doch damit war für den Wissenschaftler erst die eine Hälfte der Frage beantwortet. Denn Zeolith ist ein Naturmineral und enthält – stark abhängig von seiner Herkunft und Qualität – von Natur aus verschiedene Elemente und in manchen Zeolithen können sich auch Spuren von Schwermetallen befinden. Was also geschieht mit einem solchen Stoff, wenn das Zeolith-Pulver geschluckt wird und anschließend durch den Magen in den Darm wandert? Könnte die aggressive Magensäure ein im Mineral fest gebundenes Schwermetall herauslösen?

Genau das untersuchte Dartsch ebenfalls – wieder am Beispiel Blei. Dafür verwendete er einen Zeolith, in dem Blei bereits natürlicherweise in fest gebundener Form vorhanden war, und ließ ihn in seinem Labor einen simulierten Verdauungsprozess durchlaufen. Vereinfacht gesagt baute er nach, was mit dem Mineral auf seinem Weg durch unseren Verdauungstrakt geschieht – einschließlich der stark sauren Bedingungen des Magens. Das Ergebnis: Aus dem Zeolith löste sich keinerlei Blei und ging in die Verdauungssäfte über.

Dartsch erklärt den entscheidenden Unterschied so: „Man muss unterscheiden zwischen einem Schwermetall, das von außen auf den Zeolith trifft und von ihm dann aktiv gebunden wird, und einem Element, das bereits Bestandteil des Zeoliths ist. Ich habe auch dies mit Blei untersucht. Dieses Blei war im Zeolith intrinsisch, also fest in dessen Struktur gebunden. Und ich konnte feststellen: Es wird nicht freigesetzt. Selbst wenn der Zeolith unter sehr saure Bedingungen kommt, wie wir sie beispielsweise im nüchternen Magen vorliegen, passiert da absolut nichts.

Mit anderen Worten: Ein Zeolith kann Blei, das von außen auf ihn trifft, binden – ohne jedoch jenes Blei freizusetzen, das bereits ohnehin fest zu seinem eigenen mineralischen Aufbau gehört. Genau diese Unterscheidung ist entscheidend.

Was Dartsch hier anhand von Blei untersucht hat, führt uns unmittelbar zur nächsten – und vermutlich meistdiskutierten – Frage rund um Zeolith: Was ist mit dem Leichtmetall Aluminium?

„Zeolith enthält Aluminium – also gelangt Aluminium in meinen Körper“: Warum diese Schlussfolgerung nicht stimmt

Ja, Zeolith enthält tatsächlich Aluminium. Das ist kein Geheimnis und auch keine Verunreinigung, die Hersteller verschweigen müssten. Zeolith gehört schließlich chemisch zu den Alumosilikaten. Silizium und Aluminium sind neben Sauerstoff die Hauptbestandteile seines kristallinen Gerüstes. Aber das Stichwort «Gerüst» ist genau das ist der entscheidende Punkt. Das Aluminium liegt nicht einfach lose in den Poren herum und wartet darauf, vom Magensaft herausgespült zu werden. Es ist immanenter Bestandteil des Kristallgitters.

Vereinfacht könnte man sagen: Wer allein aus der Tatsache «Zeolith enthält Aluminium» folgert, dass dieses Aluminium automatisch biologisch verfügbar wird, verwechselt die Bausteine eines Hauses mit dessen beweglichem Inventar. Ein Stuhl lässt sich aus einem Zimmer tragen. Ein Stein in der Wand ist dagegen fester Teil der Konstruktion.

Dabei müssen wir uns nicht allein auf theoretische Überlegungen verlassen. In einer 2022 in «Frontiers in Medicine» publizierten klinischen Humanstudie wurden unter anderem Aluminiumwerte bei Menschen untersucht, die den modulierten und als Medizinprodukt zertifizierten PMA-Zeolith (PMA steht für «patentierte Mikro -Aktivierung» des Forschungs- und Entwicklungsunternehmens PANACEO) einnahmen. Ein Anstieg von Aluminium oder Blei im Blut, der auf eine Freisetzung aus dem Material hätte schließen lassen, wurde eine Stunde nach der Einnahme nicht festgestellt. Noch relevanter jedoch:  Auch bei der Langzeitanwendung über vier Jahre (!) lagen die Aluminiumwerte in der PMA-Zeolith-Gruppe sogar signifikant niedriger. Dies heißt, jedenfalls beim PMA-Zeolith, im Klartext: Im Zeolith selbst vorhandenes Aluminium bleibt gebunden und im Körper des Probanden befindliches Aluminium wird reduziert.

Wichtig ist allerdings auch hier die wissenschaftliche Einordnung: Untersucht wurde mit dem PMA-Zeolith ein klar definiertes, zertifiziertes Klinoptilolith-Material. Ergebnisse eines geprüften Materials lassen sich nicht automatisch auf irgendein beliebiges Zeolith-Pulver anderer Herkunft übertragen.

Wenn Zeolith Stoffe bindet: Warum nimmt er dann nicht gleich Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink mit?

Damit wären wir beim zweiten großen Einwand. Und auch der ist keineswegs von der Hand zu weisen. Zeolith ist ein Ionenaustauscher. Warum sollte er sich also ausschließlich für unerwünschte Stoffe interessieren? Könnte eine regelmäßige Einnahme nicht irgendwann dazu führen, dass dem Organismus wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente fehlen?

Mit dieser Frage beschäftigte sich unter anderem bereits der deutsche Physiologe und Zeolith-Forscher Prof. Dr. Dr. Karl Hecht, dessen umfangreiche Arbeiten und Bücher den Zeolith im deutschsprachigen Raum überhaupt erst einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht haben. Hecht zeigte schon früher, dass natürliche Klinoptilolith-Zeolithe selbst zahlreiche (Hecht sprach von 34 verschiedenen) Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten und im Rahmen von Ionenaustauschprozessen sogar geringe Mengen bestimmter Elemente an den menschlichen Körper abgeben können. Allerdings nimmt der Zeolith keine im Organismus befindlichen Mineralien und Spurenelemente auf.

Der entscheidende Punkt lautet auch hier: Ionenaustausch bedeutet nicht wahllose Bindung. Welche Ionen ein Zeolith bevorzugt bindet oder austauscht, hängt unter anderem von Ladung, Größe, Hydrathülle, Konzentration, pH-Wert und Affinität zum Zeolith-Gerüst ab. Das Mineral funktioniert also nicht wie ein Staubsauger, der den Darminhalt unterschiedslos leerfegt. Vielmehr selektiert der Zeolith auch hier tatsächlich.

Was passiert nun im menschlichen Magen-Darm-Trakt? Genau dafür ist die bereits erwähnte klinische Untersuchung aus dem Jahr 2022 interessant. Die Forscher analysierten nämlich neben den Metallwerten auch die Mineralstoffwerte in unterschiedlichen Gruppen und Einnahmezeiträumen – von 28 Tagen über zwölf Wochen bis zu der genannten Langzeitbeobachtung über vier Jahre.

Die Ergebnisse: Bei der kurzzeitigen Einnahme wurden keine klinisch relevanten Veränderungen der untersuchten physiologischen Mineralstoffe Eisen, Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Zink festgestellt. Auch bei der zwölfwöchigen Untersuchung ergab sich kein Mineralstoffverlust.

Eine Ausnahme gab es allerdings und sie betraf Patienten mit der Indikation Osteoporose. Bei diesen zeigte sich ein differenzierteres Bild: Für Kalzium, Natrium und Kupfer wurden zeitweise Werte unterhalb der Referenzbereiche beobachtet. Die Autoren sahen diese Veränderungen jedoch im Zusammenhang mit dem Knochenumbau, der bei diesen Patienten stattfindet und generell mit einem erhöhten Mineralstoffverbrauch einhergeht. Die Wissenschaftler empfehlen bei Osteoporose-Patienten deshalb nach längerer Einnahme eine Kontrolle bestimmter Mineralwerte.

Das aber ist etwas ganz anderes als die generalisierte Behauptung, Zeolith «raube dem Körper die Mineralstoffe». Die verfügbaren Humandaten sprechen klar gegen einen unspezifischen Mineralstoffentzug – und zeigen gleichzeitig, weshalb seriöse Wissenschaft (Stichwort: Osteoporose) selten mit dem Wort «niemals» arbeitet.

Was sagt Prof. Dartsch dazu? „Ich führe ja keine Human- sondern Zellstudien durch. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich dazu nicht viel sagen, weil ich in dieser Hinsicht keine Untersuchungen durchgeführt habe. Wenn ich mir allerdings die Literatur ansehe und meine Kenntnisse zum Zeolith hinzunehme, kann ich mir schon aufgrund der physikalisch-chemischen Prinzipien auch nicht vorstellen, dass Zeolith, jedenfalls ein qualitativ hochwertiger und als Medizinprodukt erhältlicher Zeolith, dem Körper Mineralstoffe entzieht Aber dazu sind ja die Humanstudien da.

Entscheidend sind also das konkrete Zeolith-Material, seine Zusammensetzung, seine Reinheit, seine Verarbeitung – und die Daten, die genau für dieses Material vorliegen. Prof. Dartsch gibt dementsprechend eine praktische Empfehlung.

Zeolith ist nicht gleich Zeolith: Warum Prof. Dartsch ausdrücklich zu geprüften Medizinprodukten rät

Wer im Internet nach Zeolith sucht, findet innerhalb weniger Minuten zahllose Pulver, Kapseln und Produkte in unterschiedlichsten Preisklassen. Nur: Klinoptilolith-Zeolith ist ein Naturstoff. Aber Naturstoffe sind nicht automatisch rein, nur weil «Natur» auf der Verpackung steht.

Herkunft des Rohmaterials, geologische Lagerstätte, Reinheit, Partikelbeschaffenheit, Verarbeitung und Qualitätskontrolle können sich unterscheiden. Ein Befund zu einem sorgfältig geprüften Klinoptilolith-Zeolith lässt sich deshalb nicht einfach auf jedes Produkt übertragen, auf dessen Etikett «Zeolith» steht (siehe hierzu auch: https://www.zeolith-wissen.de/zeolith-ratgeber/zeolith-kaufen ).

Dartsch formuliert seine Empfehlung entsprechend eindeutig: „Man sollte unbedingt hinter die Fassade schauen und prüfen, ob das jeweilige Zeolith-Produkt auch ein zugelassenes Medizinprodukt ist. Dann habe ich eine entsprechende Qualitätskontrolle. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung. Und da die meisten Zeolithe gar nicht zertifiziert sind, wird die Auswahl dann auch schnell entsprechend klein.“

Umweltgifte, oxidativer Stress und Prävention: Warum Prof. Dartsch Zeolith heute für wichtiger denn je hält

Doch warum sollte man Zeolith überhaupt einnehmen? Für Prof. Dartsch führt die Antwort unmittelbar zu unserer heutigen Umwelt. Denn selbst mit gesunder Ernährung und Lebensweise können wir Schadstoffen nicht mehr entgehen – von Schwermetallen und Pestiziden über Feinstaub bis zu zahlreichen anderen Umweltchemikalien. Genau deshalb hält auch der Zellbiologe Prävention heute für «extrem wichtig».

Auf die Frage, ob Zeolith dabei gewissermaßen den Grundstein bilden könne – also zunächst Belastendes zu binden, bevor wir uns mit gesunder Ernährung, Mikronährstoffen und weiteren Maßnahmen um die optimale Versorgung des Körpers kümmern –, antwortet Dartsch:

„Aus meiner Sicht ist das der richtige Weg. Wir haben heute die ganze Chemie, Xenobiotika, UV-Strahlung, Feinstaub, Luftverschmutzung, ganz besonders auch WLAN-Strahlung, die die Leute noch völlig unterschätzen, und vieles mehr – man weiß teilweise gar nicht, wo man anfangen und wo man aufhören soll. Natürlich kann man nicht sagen: Ich nehme Zeolith und dann passiert mir nichts mehr. Aber wir können mit diesem Mineralgestein etwas grundsätzlich Wertvolles tun, nämlich viele dieser Noxen und daraus resultierenden unerwünschten Effekte aus unserem Körper ausleiten, noch bevor sie Schaden im ganzen Organismus anrichten können. Wichtig ist übrigens auch zu berücksichtigen, dass gerade Kinder und Jugendliche, deren Körper sich noch im Wachstum befinden, noch empfindlicher sind als die der Erwachsenen. Deshalb halte ich es für sinnvoll, möglichst früh mit dem Zeolith anzufangen und dem Körper dabei zu helfen, solche Belastungen immer wieder loszuwerden.“

Genau darin liegt die Besonderheit des Klinoptilolith-Zeoliths: Er soll dem Organismus nicht noch etwas hinzufügen, sondern Belastendes binden und über den Darm wieder hinausbefördern. Oder anders gesagt: Gesundheit bedeutet nicht nur, dem Körper das Richtige zu geben – sondern auch, ihm möglichst viel vom Falschen abzunehmen.

Quelle:

Kraljević Pavelić S. et al. (2022): Clinical Evaluation of a Defined Zeolite-Clinoptilolite Supplementation Effect on the Selected Blood Parameters of PatientsFrontiers in Medicine, Vol. 9, 851782.

DOI: 10.3389/fmed.2022.851782

Die 2022 veröffentlichte klinische Untersuchung ging insbesondere der Frage nach, ob die Einnahme eines definierten und zertifizierten Klinoptilolith-Zeoliths (PMA-Zeolith) den Mineralstoffhaushalt beeinflusst oder zur Freisetzung unerwünschter Metalle wie Aluminium und Blei führen kann.

Ausgewertet wurden Daten aus drei klinischen Untersuchungen mit unterschiedlichen Einnahmezeiträumen: 28 Tage, zwölf Wochen und – bei Osteoporose-Patienten – bis zu vier Jahre. Bestimmt wurden unter anderem Eisen, Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Zink sowie verschiedene Metalle.

Bei kurz- und mittelfristiger Anwendung lagen die untersuchten Mineralstoffe und Spurenelemente im Referenzbereich; die Daten liefern damit keinen Hinweis darauf, dass PMA-Zeolith dem Organismus unspezifisch wichtige Mineralstoffe «entzieht». Ebenso wurde eine Freisetzung von Aluminium oder Blei aus dem verwendeten Zeolith in das Blut nach der Einnahme nicht nachgewiesen.

Bei der vierjährigen Untersuchung von Osteoporose-Patienten zeigte sich ein differenzierteres Bild: Kalzium und Natrium sanken zeitweise unter die Referenzwerte, auch Kupfer war vorübergehend erniedrigt und normalisierte sich später wieder. Die Autoren diskutieren diese Veränderungen unter anderem im Zusammenhang mit Knochenumbauprozessen und empfehlen bei langfristiger Anwendung bei Osteoporose eine Kontrolle von Kalzium, Natrium und Kupfer.

Über Prof. Dr. Peter C. Dartsch – Zellbiologe und Humanphysiologe

Prof. Peter Cornelius Dartsch

Prof. Dr. rer. nat. habil. Peter C. Dartsch ist Diplom-Biochemiker und habilitierter Humanphysiologe. Bereits mit der Diplomarbeit (1985) und auch später mit Promotion (1989) und Habilitation (1991) beschäftigte er sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen mit der Kultivierung organspezifischer Primärzellen und der Entwicklung und Etablierung von Zellkulturmodellen in den Bereichen Physiologie und Arbeitstoxikologie.1997 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Bis 2020 gehörte er als externes Mitglied der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen an.

2002 gründete Dartsch das private Forschungsinstitut „Dartsch Scientific“, das auf tierversuchsfreie zellbiologische Testverfahren spezialisiert ist. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen Zellkulturmodelle, mit denen unter anderem Regenerationsprozesse, oxidativer Stress und entzündliche Vorgänge untersucht werden können. Dartsch blickt auf mehr als 35 Jahre zellbiologische und toxikologische Forschung zurück und veröffentlichte rund 150 wissenschaftliche Arbeiten sowie 30 Buchbeiträge.

Auch verschiedene Klinoptilolith-Zeolithe hat Dartsch mit seinen zellbiologischen Methoden untersucht. Mit ZEOLITH WISSEN sprach er über seine Laborergebnisse, die Bindung von Schwermetallen, oxidativen Stress und die Frage, welche Rolle Zeolith aus seiner Sicht heute in der Prävention spielen kann.

Kontakt:

Dartsch Scientific GmbH
Institut für zellbiologische Testsysteme
Oberer Anger 1
86911 Dießen am Ammersee
E-Mail: info@dartsch-scientific.com
Web: https://www.dartsch-scientific.com

Das könnte Sie auch interessieren

Dr. Michael Nehls über das viel diskutierte Spurenelement Lithium

Lithium-Mangel: Was unsere Böden mit der Gesundheit unseres Gehirns zu tun haben

Dr. Michael Nehls über das viel diskutierte Spurenelement Lithium, moderne Mangelversorgung und die Folgen für unsere Gesellschaft Unsere Böden sind die Grundlage unseres Lebens. Was...
Reizdarmsyndrom und Zeolith: Was die Forschung heute über die Darmerkrankung und den Einsatz des PMA-Zeolith bei Reizdarm weiß

Reizdarmsyndrom und Zeolith: Was die Forschung heute über die Darmerkrankung und den Einsatz von PMA-Zeolith bei Reizdarm weiß

Warum beim Reizdarmsyndrom, Darmbarriere und Darmmilieu zunehmend im Zusammenhang gesehen werden – und welche klinischen Daten inzwischen für PMA-Zeolith vorliegen Bauchschmerzen, die immer wiederkommen, Blähungen,...
Zeolith und Schwermetalle: Warum wir Blei-Belastungen ernster nehmen sollten

Zeolith und Schwermetalle: Warum wir Blei-Belastungen ernster nehmen sollten

Neue Studie bestätigt die hohe Bindungsfähigkeit von Zeolith für Blei - und das Thema Umweltgifte führt zu einem Paradigmenwechsel in der Medizin. Noch sprechen wir...